Modulare Bauweise ermöglicht Variantenvielfalt mit Serienkomponenten
Linde Hydraulics hat die Krise in 2008/09 dazu genutzt, neue Varianten des Modulbaukastens für hydraulische Antriebssysteme zu entwickeln – zum Beispiel die Regelpumpe HPR 280. Auch neue Regler für mobile und stationäre Hydraulikantriebe stehen zur Verfügung.
Kostensenkende Standardisierung oder kundenfreundliche Ausdifferenzierung des Produktprogramms? Vor dieser Frage stehen viele Anbieter von Antriebssystemen. Wer standardisiert spart zwar Kosten, reduziert aber die Vielfalt. Wer hingegen sein Programm immer mehr erweitert, kann zwar jedem Kunden das Passende bieten – aber um den Preis höherer Kosten und längerer Lieferzeiten.
Linde Hydraulics hat einen Weg gefunden, das Angebot an hochwertigen Antriebslösungen stetig zu erweitern und dennoch zu standardisieren. Möglich ist das durch die konsequente Modularisierung des Programms. Die Zeit der Krise hat man dazu genutzt, dieses Modulsystem noch auszubauen. Die Ergebnisse stehen jetzt zur Verfügung – zum Beispiel die Regelpumpe HPR 280 aus der Pumpenbaureihe HPR-02.
„Große“ Regelpumpe für den offenen Kreis auch für Industrieanwendungen
Zu den charakteristischen Eigenschaften der Pumpenbaureihe HPR-02 gehört ein Load-Sensing-Regler, der die Voraussetzung für optimale Leistungsausnutzung im LSC-System schafft. Die Pumpe ist sehr kompakt gebaut, das einteilige Gehäuse weist eine hohe Steifigkeit auf, und sämtliche Komponenten sind auf lange Lebensdauer bei minimalem Wartungsaufwand ausgelegt. Die optionale Speicherumsteuerung SPU reduziert die Druckpulsationen und damit die Geräuschentwicklung der Offen-Kreis-Pumpe auf das Geräuschniveau einer Pumpe im geschlossenen Kreislauf.
Die Baureihe, die bislang in sechs Baugrößen mit Hubvolumina von 55 bis 210 cm³/U lieferbar war, steht nun auch in einer noch größeren Version mit 280 cm³/U zur Verfügung (Bild unten). Und genau wie die HPR 105 ist die HPR 280 auch in einer Industrieausführung erhältlich, die sich in einigen konstruktiven Details von der Variante für den Mobileinsatz unterscheidet. So wird z.B. die Wellenverbindung über eine Passfeder hergestellt, die Zentrierung erfolgt nach Industriestandard ISO 3019-2 und in das Gehäuse sind Entlüftungsbohrungen eingebracht, die einen senkrechten Einbau der Pumpe ermöglichen.
Neuer Regler für die Stationärhydraulik
Ebenfalls speziell für stationäre Anwendungen hat Linde Hydraulics einen neuen Regler entwickelt. Bei der Reglereinheit ETP handelt es sich um eine elektro-proportionale Volumenverstellung mit hyperbolischer Leistungsbegrenzung und Druckabschneidung. Sie erlaubt eine exakte elektrische Einstellung des Fördervolumens. Die überlagerte hydraulisch-mechanische Leistungsbegrenzung schützt die Antriebsmaschine vor Überlastung.
Zugleich wird das Hydrauliksystem durch die überlagerte hydraulisch-proportionale Druckabschneidung geschützt. Mit diesen Eigenschaften eignet sich das neue Regelsystem, das für die Baugrößen 105, 135, 210 und 280 verfügbar ist, u.a. für die Antriebssysteme von Betonpumpen und Industriepressen. Alternativ kann in solchen und ähnlichen stationären Einsätzen auch der Load-Sensing-Regler TL2 (Bild unten) mit ebenfalls hyperbolischer Leistungsbegrenzung zur Anwendung kommen.
Neues für die Mobilhydraulik
Mit diesen Neuheiten erschließt Linde Hydraulics verstärkt den Markt der Stationärhydraulik – mit gutem Grund: Viele Eigenschaften und Technologien, die aus der Mobilhydraulik bekannt sind und mit denen Linde Hydraulics umfassende Erfahrungen gesammelt hat, werden zunehmend auch in anspruchsvollen Bereichen des Maschinenbaus, z.B. im Pressenbau, gewünscht.
Selbstverständlich gibt es aber auch aktuelle Neuheiten für die Mobilhydraulik. So bietet sich die HPR 280 mit einer Zentrierung nach ISO 3019-1 und in der Ausführung mit verzahnter Welle auch für mobile Load-Sensing-Anwendungen an. Hersteller von mobilen Arbeitsmaschinen, die bislang die Baugrößen 55 bis 210 einsetzten, können somit die Vorteile des Linde Synchron Control Systems auch in höheren Leistungsklassen nutzen: verbesserte Effizienz durch Kraftstoffeinsparung und höchste Produktivität durch exakt reproduzierbare Steuerbarkeit und Kompensation der Lasteinflüsse.
Für solche Einsatzfälle steht die neue Reglereinheit LEP (Bild unten) zur Verfügung, ein Load-Sensing-Regler mit elektroproportionaler Hubvolumenbegrenzung und hydraulischer Maximaldruckregelung. Er ermöglicht eine bedarfsorientierte Volumenstromregelung und eine anwendungsspezifische Zuteilung des Hubvolumens. Typische Anwendungen dieses Reglers finden sich in anspruchsvollen und komplexen Hydrauliksystemen von mobilen Arbeitsmaschinen, z.B. in Forstmaschinen mit Hochleistungs-Sägeantrieben.
Erweiterungen des Produktbaukastens
Neben dieser neuen großvolumigen Regelpumpe und den neuen Reglerbauarten hat Linde Hydraulics neue Nenngrößen von einzelnen Pumpen- und Motorenbaureihen entwickelt und damit den Produktbaukasten erweitert. Dazu gehört die HPR 165D, eine Doppelpumpe im offenen Kreislauf, und die HPV 165, eine Verstellpumpe im geschlossenen Kreislauf. Mit den Regelmotoren HMR 210 und HMR 280 wurde das Produktspektrum im offenen und geschlossenen Kreislauf nach oben erweitert.