Druckerhöhung bei Baureihe 02 erlaubt mehr Fahrleistung und Downsizing von Antrieben
Mehr Drehmoment, höhere Fahrgeschwindigkeit oder Downsizing des Antriebs bei gleicher Leistung? Hersteller von Baumaschinen, die die Verstellpumpen und –motoren der Baureihe 02 von Linde Hydraulics nutzen, haben künftig die Wahl. Denn die Pumpen und Motoren – Kernkomponenten vieler hydrostatischer Fahrantriebe z. B. in Radladern, Telehandlern, Walzen oder Gradern – können nun in vielen Anwendungsfällen mit einem Nutzdruck von 500 bar statt bisher 420 bar betrieben werden, wenn definierte Einsatzbedingungen eingehalten werden. Dabei muss der Anwender keine Einschränkungen bei der Sicherheit, Verfügbarkeit und Lebensdauer des Gerätes in Kauf nehmen.
Die Vorteile, die der erhöhte Druckbereich des hydrostatischen Antriebs sowohl für den Hersteller als auch für den Fahrer der Baumaschine bietet, liegen auf der Hand. Der zusätzliche Druck kann genutzt werden, um höhere Fahrgeschwindigkeiten zu erzielen. Dazu muss nur eine längere Getriebeabstufung in den Arbeits- und Straßengängen gewählt werden. Oder man nutzt die 20%ige Momentenerhöhung, um dem Fahrer 20% mehr Zugkraft und damit größere Kraftreserven bereitzustellen. Das führt zu einer höheren Produktivität der Arbeitsmaschine.
Eine dritte Möglichkeit ist das Antriebs-Downsizing: Wenn der OEM mit der vorhandenen Leistung der Maschine zufrieden ist, kann er kleinere Einheiten der Baureihe 02 verwenden und damit den Einbauraum sowie Verluste reduzieren.
Mit diesem Angebot, das unter der Bezeichnung p+ vorgestellt wird, trägt Linde Hydraulics dem Wunsch der Baumaschinenhersteller Rechnung, den Bauraum für den Antrieb zu reduzieren und zugleich die Effizienz zu erhöhen. Diese Option wurde bereits auf der Messe „Agritechnica“ von der Landtechnikbranche sehr positiv aufgenommen.
So kann beispielsweise bei einem Radlader, mit der Kombination HPV 75-02 CA (Pumpe) und HMV 135-02 (Motor), die Zugkraft der Maschine von 50 kN auf 60 kN gesteigert werden – ohne Mehrkosten und ohne zusätzliches Gewicht in Kauf nehmen zu müssen. Ein weiteres Beispiel: Ein Telehandler mit hydrostatischem Fahrantrieb bestehend aus einer Pumpe HPV 55-02 und einem Motor HMV 165-02. Hier muss nur die Getriebeübersetzung angepasst werden, um die Fahrgeschwindigkeit von 32 auf 40 km/h anzuheben.
Solche Verbesserungen können jeweils mit hoher Energieeffizienz erreicht werden: Die Nutzung des erhöhten Druckbereichs steigert die Leistungsdichte von Hydrostaten bei gleichbleibender Nenngröße. Deshalb ist das p+-Konzept auch unter den Aspekten von Kraftstoffverbrauch und Umweltschutz eine gute Wahl.
Die Vorteile von p+ passen exakt in das LinDrive-Konzept, das den Herstellern und Anwendern hydrostatische Antriebe zur Verfügung stellt, die sich durch hohe Dynamik und Präzision sowie durch große Energieeffizienz und hohe Zuverlässigkeit auszeichnen.