Modulare elektronische Steuerung für elektrohydraulische Antriebe
Vor einem halben Jahr hat Linde Hydraulics die elektronische Steuerung LINC 1 vorgestellt – eine universell einsetzbare Steuerung für hydrostatische Fahrantriebe, die sich an den individuellen Anwendungsfall anpassen lässt und den Kunden eine schnelle Inbetriebnahme nach dem Plug and Play-Prinzip ermöglicht.
Nun wird das Angebot der elektronischen Steuerungen erweitert: Mit der LINC 2 präsentiert Linde Hydraulics auf der bauma ein neues Steuerungssystem mit höherem Funktionsumfang, mit dem der Maschinenhersteller zum Beispiel die komplette Steuerung des Hydrauliksystems eines Baggers abbilden kann und außerdem eine Vielzahl von Elektromotoren unter Verwendung von eigenen Leistungsmodulen regeln kann.
Die LINC 2 eignet sich für die Regelung im offenen und geschlossenen Kreislauf sowie für kombinierte Systeme. Herzstück der Steuerung sind ein Funktionscontroller und ein Sicherheitscontroller in 16 bit-Technologie sowie ein weiterer 16 bit-Controller, der ausschließlich die Aufgabe hat, eine Vielzahl von PWM Ausgängen zu regeln. Insgesamt lassen sich mit der Steuerung bis zu 32 proportionale Magnetventile regeln.
Die hohe Anzahl von In- und Outputs – insgesamt können 126 Pins belegt werden – schafft die Voraussetzung für die Realisierung auch von komplexen Antriebs- und Arbeitsfunktionen. Neben den Komponenten der elektrohydraulischen Antriebe können u.a. Fahrgeber, Fahr- und Bremspedale sowie der Verbrennungsmotor in das Regelungskonzept eingebunden werden. Dank des redundant aufgebauten Konzepts der Steuerung lassen sich Sicherheitsfunktionen bis zum Performance Level d nach DIN EN ISO 13849-1 realisieren.
Dabei fügt sich die LINC 2 als ideale Ergänzung in das modular aufgebaute Produktprogramm von Linde Hydraulics ein, aus dem sich leistungsfähige hydrostatische Antriebe mit perfekt aufeinander abgestimmten Hydraulikpumpen, -motoren und Ventilblöcken konfigurieren lassen. Auch die Verbindung mit dem neuen, modular aufgebauten „VT modular“-Ventilsystem für anspruchsvolle Load Sensing-Anwendungen bringt deutliche Vorteile in der Praxis. Die Anpassungsfähigkeit der Steuerung geht aber weit über die Komponenten aus eigenem Hause hinaus: Über flexible Schnittstellen ist die LINC 2 in nahezu jede Maschinenperipherie integrierbar.
Die Steuerung ist in einem robusten Gehäuse mit Schutzart IP 67 untergebracht. Sie ist nicht nur mechanisch, sondern auch elektrisch äußerst widerstandsfähig. Dafür sorgen u.a. der Eingangsspannungsschutz und die Unempfindlichkeit gegenüber Bordnetzimpulsen nach ISO 7637-2.
Die LINC 2 wird genau wie die LINC 1 vorkonfiguriert ausgeliefert. Werksseitig werden u.a. die gewünschten Funktionen, die Maschinencharakteristik sowie die fahrzeugspezifischen Daten wie Masse, Batteriespannung und Raddurchmesser eingegeben. Der Hersteller hat die Möglichkeit, einzelne Parameter komfortabel in der Diagnoseoberfläche LinDiag anzupassen. So kann er die gleiche Steuerung für verschiedene Leistungsklassen einer Maschine nutzen oder auch die spezifischen Vorgaben unterschiedlicher Länder erfüllen.
Ein weiterer großer Vorteil für den Maschinenhersteller besteht darin, dass er alle relevanten Systemkomponenten eines hydrostatischen Antriebs aus einer Hand bekommt – und dass Linde Hydraulics über umfassendes Know-how verfügt, um die Steuerung optimal an die gewünschten Leistungsdaten, Funktionalitäten und Einsatzbedingungen anzupassen. Aus Sicht des Bedieners bzw. Fahrers bedeutet das, dass er eine leistungsfähige, komfortable und hoch produktive mobile Arbeitsmaschine nutzt, die alle Möglichkeiten der intelligenten Verbindung von Elektronik und Hydraulik ausschöpft.